Heute hatte ich meine erste Flugstunde. Endlich Fliegen, ein Kindheitstraum von mir beginnt sich zu erfüllen!

Zuerst gab es eine ausführliche Bodeneinweisung. Inhalt waren Grundlagen zum Fliegen, ein ausführlicher Vorflugcheck mit vielen Erklärungen, eine Einweisung im Cockpit mit Erklärung der wichtigsten Instrumente und dann folgte abschließend noch ein halbstündiger Flug.

Vor jedem Flug wird eine Checkliste abgearbeitet, um die Flugtauglichkeit des Flugzeugs sicher zu stellen und mögliche Mängel noch am Boden festzustellen. Die StVO verpflichtet ja eigentlich jeden Autofahrer, vor Fahrtbeginn das Fahrzeug zu überprüfen, nur macht das in der Praxis keiner. Da es im Flug jedoch schwierig wird, bei Problemen einfach mal rechts ran zu fahren und zu halten, wird hier ein wesentlich höherer Sicherheitsstandart angelegt und auch praktiziert. Und deshalb nahm dieser Check auch den größten Teil der Einweisung ein.

Beim anschließenden Flug durfte ich dann natürlich auch gleich selbst fliegen und mein Fluglehrer meinte, meine Modellflugerfahrung würde sich schon bemerkbar machen.

Heute war ich zur Prüfung für das BZF II bei der Bundesnetzagentur Außenstelle Karlsruhe Standort Reutlingen. Immer wieder toll, dieses Amtsdeutsch! Das Beste aber war, dass die Anfahrt wesentlich kürzer und verkehrsärmer war als zum Regierungspräsidium für die Theorieprüfung.

Fast den halben Tag saß ich dann mit dem Großteil der Gruppe aus dem Theorieunterricht herum und wartete, dass bis wir endlich mit der praktischen Prüfung dran waren. Aber es lohnte sich, denn danach durfte ich mein Tauglichkeitszeugnis um ein "Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst" zum Anfang einer Sammlung von Zeugnissen aus diesem "staatlichen" Papier (aus dem vor meiner Zeit auch noch die Führerscheine waren) ergänzen.

Das vergangene Wochenende (17./18.) habe ich für einen weiteren Theoriekurs auf der Hahnweide verbracht. Es handelt sich um die Theorie für das BZF II, das "Beschränkt Gültige Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst", das zum Ausführen des Flugfunkes in Deutsch berechtigt. Das bedeutet, dass mit diesem Zeugnis nur innerhalb Deutschlands geflogen werden darf, im Ausland, auch im deutschsprachigen, ist Englisch zu sprechen und damit mindestens das BZF I notwendig.

Die zugehörige Praxis folgt in Form von Sprechübungen an fünf Abendterminen. Bei der Prüfung werden dann Theorie und Praxis an einem Termin abgeprüft.

Nach zwei Semestern am BSK habe ich etwas mehr als die Hälfte der notwendigen Studienpunkte. Wenn die Fächer abgeschlossen sind, bei denen ich den Unterricht besucht habe, liege ich zwischen 2/3 und 3/4 der "Credits".

Arbeiten und studieren im Wechsel führt zwar einerseits schon zu einer doppelten Belastung, andererseits hat es auch seine schönen Seiten. So war der Mittwoch im letzten Jahr mit regelmäßigem Unterricht in Bibelkunde (Anfang des Semesters Altes Testament und am Ende dann Neues Testament) geistlich gesehen wie ein Wochenende zum Auftanken mitten in der Woche.

Seit Sommer 2010 durchlaufe ich das Ausbildungsprogramm, das vom Christlichen Piloten- und Modellfliegerverband e.V. (CPV) zusammengestellt wurde. Es umfasst die fliegerische Ausbildung in zwei Flugschulen und eine theologische Ausbildung, die einem Jahr Vollzeitbibelschule entspricht. Die Ausbildung ist modular aufgebaut und damit auch geeignet, in Teilzeit absolviert zu werden. Am Anfang steht die Privatpiloten-Lizenz (PPL(A)) in der Motorflugschule des Baden-Würtembergischen Luftfahrtverbandes e.V (BWLV) auf der Hahnweide bei Kirchheim/Teck. Danach kommt darauf aufbauend die Verkehrspiloten-Lizenz an der FFH am Stuttgarter Flughafen. Parallel dazu läuft das M-Programm am Bibelseminar Königsfeld (BSK) immer in den Zeiträumen zwischen den Teilen der fliegerischen Ausbildung.